Als die Stadt Uelzen 1270 die Stadtrechte erhielt, mußte sie nach dem Lüneburger Landrecht befestigt sein. Es ist nachgewiesen, das diese Befestigung ursprünglich aus Palisaden bestand bevor eine feste Stadtmauer errichtet wurde.
Diese Befestigungen mußten aber auch mit Bürgern bemannt werden um Angriffe auf die Stadt abzuwehren. Diese Bürgerwehr ist die Urzelle der 1. Bürgerkompanie. Damals war die Gilde noch nicht in Kompanien sondern in Rotten unterteilt, denen ein Rottmeister vorstand. Dieser war das Bindeglied zwischen dem Magistrat und den Bürgern.Als der Uelzener Magistrat im Jahre 1500 die Wallordnung der Stadt zum Schutze ihrer Grenzen erließ, waren es die Schützen, als Nachfolgeorganisation der Bürgerwehr, die mit diesem Auftrag betraut wurden.
Das sie diese Aufgabe auch Ernst nahmen belegen Dokumente aus denen hervorgeht, dass das erste nachweisbare Grenzbeziehen im Jahre 1547 stattfand. Da die 2. Kompanie erst 1803 und die 3. Kompanie 1837 gegründet wurden, bestand die damalige Gilde nur aus einer Formation, der Bürgerkompanie.
Dieser Name wurde allerdings erst nach der Gründung der anderen Kompanien verwendet. Bürger aller Stände waren hier vereinigt und führten die bürgerliche Tradition im Schützenwesen fort. Während die anderen Kompanien sich nach ihrer Gründung sogleich uniformierten, trugen die Bürgerschützen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ihren schwarzen Gehrock und Zylinder. Bei besonderen Anlässen wird er auch heute noch getragen.
Als auch bei den „Schwarzen“ der Uniformrock des Deutschen Schützenbundes eingeführt wurde blieben sie ihren Farben treu und tragen noch heute eine schwarze Fliege und schwarze Schulterstücke. Die erste Kompaniefahne stiftete 1733, also noch vor Gründung der anderen Kompanien, der Senator Johann Christian Stechau. Diese Fahne, die 1908 restauriert wurde, wurde leider am Ende des 2. Weltkrieges im städtischen Museum ein Opfer der Flammen.
Da bereits 1924 eine neue Fahne von dem damaligen Kompanieführer Hans Meyer gestiftet wurde, blieb zumindest eine Fahne der Kompanie erhalten. Nach einer aufwendigen Restauration im Jahr 1986 ist sie heute noch das Symbol für die Zusammengehörigkeit der Bürgerschützen.
Leutnant Hans Meyer ließ auf diese Fahne das auch heute noch gültige Losungswort schreiben: Treue um Treue. Bis 1957 führte er die Kompanie bevor ihm für kurze Zeit Walter Wulf folgte. Oberrottmeister Heinrich Niebuhr übernahm 1958 die Kompanie bevor 1960 Christian Sagehorn zum Leutnant und Kompanieführer gewählt wurde. Unter seiner Führung ist auch 1961 das „Bürgerschützenlied“ entstanden. 1973 folgte ihm Leutnant Helmut Baruschke nach, der wie seine Vorgänger die Kompanie mit großem Geschick bis 1986 führte. Als er aus Gesundheitsgründen sein Amt niederlegte wurde mit Hans Sagehorn ein hervorragender Kompanieführer gefunden.
Dieser vorbildliche Offizier legte mit 68 Jahren seine Ämter nieder um einem Jüngeren Platz zu machen. Dieses war dieser dann auch im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit Siegfried Borchmann wurde der jüngste Leutnant 1996 zum Kompanieführer gewählt. Allerdings legte er im Jahre 2004 sein Amt aus persönlichen Gründen nieder und Rottmeister Jörg Schlachter führte bis zur nächsten Gildewahl die Kompanie kommissarisch. Ihm war es auch vergönnt, die Kompanie zum großen Festumzug anlässlich des XVI. Bürgerschützentages in Uelzen anzuführen. Auf einer außerordentlichen Kompanieversammlung im Dezember 2005 schlug die Kompanie den Gilderottmeister Erwin Reitenbach zum Kompanieführer vor. Ab Januar 2006 führte er die Kompanie kommissarisch, bevor er bei der Gildewahl 2006 zum Leutnant und Kompanieführer gewählt wurde. Ebenfalls wurde von der Kompanie Henry Lucchesi zum Sekretär gewählt und er trat die Nachfolge von dem langjährigen Sekretär Rottmeister Horst Peters, der in den Ruhestand versetzt wurde, an. Zusammen mit seinen aktiven Rottmeistern Jörg Schlachter, Wilhelm Behn und Axel Timm führt Erwin Reitenbach nun seine Kompanie.
Außerdem ist die Kompanie mit dem Schießoffizier Leutnant Lothar Seidel und dem EDV-Referenten Christian Körtke im Vorstand der Gilde vertreten.