Nur wenige Jahre nach der Gründung der „besonderen Schützengesellschaft“, der 2. Kompanie, gründeten 1837 Bürger der Stadt Uelzen ein „Jägerkorps“, die heutige Jägerkompanie.
Die Gründer waren Anhänger der Befreiung von der französischen Fremdherrschaft. Vorbild waren das Schill’sche Freikorps und die Lützow’schen Jäger. Das neue Korps rekrutierte sich aus Mitgliedern der älteren Bürgerkompanie und der 1803 gegründeten Schützenkompanie. Dazu kamen etliche Neuzugänge, die sicherlich aus der Freude über die endgültige Befreiung zum Jägerkorps stießen. Die neue Einheit stellte damals fast die Hälfte aller Uelzer Schützen. Dieses Jägerkorps marschierte in zwei „Divisionen“. Gemeint sind zwei große Züge innerhalb der Gesamtgilde. Zuerst unter der Führung von zwei Offizieren, dem Bäckeramtsmeister und Konditor Friedrich Heinrich Krohne und dem Kaufmann Georg Hein. Krohne war Initiator der neuen Einheit und gehörte früher als Offizier des „Garde du Korps“, einer Elitetruppe des König Jerome, dem Bruder Napoleons und König von Westfalen, auch König „Lustig“ genannt, an. Er war ein welterfahrener Mann, der sich mit Ideen der neueren Zeit beschäftigt hatte. Georg Hein,der 2. Offizier, war ein bekannter Uelzer Bürger. Er wurde 1851 Stadthauptmann.
Die ersten Uniformen sollen denen der Lützower Jäger geähnelt haben. Lange grüne Waffen-röcke, eng und nicht gerade bequem, ohne besondere Verzierung, dazu hohe Schirmmützen bzw. Tschakos mit Haarschweif. Bilder sind davon nicht bekannt. Die Uniformröcke wechselten noch einmal ihre Form. Die grüne Farbe jedoch blieb als Kennzeichen für die Jägerkompanie. Seit dem 2. Weltkrieg tragen auch die Jägerkameraden den Deutschen Schützenrock. Abweichend von den anderen beiden Kompanien, jedoch mit grüner Krawatte und grün geflochtenen Schulterstücken. Ihre Fahne war von dem früheren Stadtförster Christian Hagen entworfen worden. Auf Anregung von Christoph Stechau wurde sie gefertigt. Sie ist im Jahre 1734 geweiht und war damals offenbar bereits die zweite Fahne gewesen. Über die 1803 gegründete Schützenkompanie kam die Fahne 1837 erst einmal zum Jägerkorps.1840 erhielten die Jäger eine eigene Fahne „aus eigenen Mitteln beschafft“ (Georg Hein), geweiht am 29. Mai, am Freitag nach Himmelfahrt, durch Stadthauptmann Heinrich Ludwig Schilling „auf dem Musterplatz“. Georg Hein war damals Leutnant der Jäger, der Schwager von Schilling. Im Jahre 1901 wurde sie durch eine neue Fahne ersetzt. Der damalige Leutnant und Kompanieführer Heinrich Krause hatte sie geweiht. Die alte, zerschlissene Fahne wurde bis 1945 im Schützenhaus aufbewahrt und ging dann verloren. Die Fahne von 1901 restaurierte man 1955 vollständig. Nun erstrahlt sie wieder mit der alten Inschrift „Ein scharfes Auge zum sicheren Schuss – Die Deutsche Hand zum Brudergruß!“ im neuen Glanz.
In den Jahren vor und nach dem 2. Weltkrieg von 1931 bis 1957 stand die Jägerkompanie unter dem Kommando ihres dynamischen Leutnants Hermann Hallensleben. Obwohl drei seiner Söhne im Krieg gefallen waren, blieb er der Gilde und seiner Kompanie aus Liebe zur Heimat treu. Ihm ist 1953 die Gründung des Jagdhornbläserkorps mit tatkräftiger Unterstützung des damaligen Rottmeisters Jürgen Bode zu verdanken. Bode schrieb den Jagdhornbläsern im September 1953 ins Stammbuch: „Aus Liebe zum Instrument und aus Freude zur Geselligkeit fanden sich Jäger der 3. Kompanie im Jagdhornbläserkorps. Idealismus und das Gefühl für echte Kameradschaft, sowie das Streben zum gemeinsamen Leisten sind die Grundsätze ihrer Gemeinschaft. Möge es immer so bleiben!“ Das Jagdhornbläserkorps ist auch heute noch ein hervorragender musikalischer Klangkörper der Gilde und steht heute unter der Leitung von Jäger Thorsten Fey. Nach dem Rücktritt von Hermann Hallensleben wurde Rottmeister Jürgen Bode zum Leutnant und Kompanieführer gewählt. Nur 3 Jahre blieb er im Amt und hatte viel Freude bei seinen Jägerkameraden. Am 07. März 1960 wurde er dann Stadthauptmann. Als Kompanieführer folgte ihm Peter Cordes. 1955 eingetreten, wurde er bereits ein Jahr später zum Rottmeister gewählt. Er führte seine Jägerkameraden mit viel persönlichem Einsatz, Tatkraft und Geschick von 1960 bis 1983. Er hatte das Glück, dass gleich in seinem ersten Leutnantsjahr ein Mitglied seiner Kompanie Schützenkönig wurde: Rottmeister Karl Lange. Als er im 70. Lebensjahr sein Amt zur Verfügung stellte, fand sich so schnell kein Nachfolger. Deshalb wurde Oberrottmeister Hermann Richert mit der Führung der Kompanie beauftragt. Er löste diese Aufgabe hervorragend. Am 10. Mai 1985 trat Ulrich Heise als Leutnant an die Spitze der Kompanie. Zwei Jahre später feierte die Jägerkompanie das 150. Bestehen. In der gelungenen Jubiläumsfeier wurde die Entwicklung von der Gründung an beleuchtet. Der Oberjäger Karl Dornbusch legte eine eindrucksvolle Festschrift vor, durch die er sich bleibende Verdienste erwarb. Er war auch derjenige, der die Chronik für seine Kompanie verfasste.
Aus persönlichen Gründen trat Ulrich Heise Ende 1989 zurück. Eigentlich sollte Hans-Joachim Grimm gleich sein Nachfolger werden. Aber die Satzung ließ dieses nicht zu. Er war noch keine drei Jahre Mitglied der Gilde Uelzen. Er musste also noch warten und wurde erst einmal zum Rottmeister gewählt. So konnte Rottmeister Carsten Lappe als kommissarischer Kompanieführer beim Grenzbeziehen 1990 seiner Kompanie voran marschieren. Im Jahr darauf, 1991, wurde Hans-Joachim Grimm dann endgültig zum Leutnant gewählt. Früher war er Mitglied in der Schützenkameradschaft Kirch- und Westerweyhe gewesen und trat 1988 in die Jägerkompanie ein. Sie hatte besonders freundliche Bande zur Kirch- und Westerweyher Kameradschaft geknüpft. Aus diesem Grunde war Hans-Joachim Grimm beim Eintritt in die Jägerkompanie kein Unbekannter. Nachdem schon 1991 Reinhold Meyer von den Jagdhornbläsern und 1992 Peter Kunze, Rottmeister und Schützenmeister seiner Kompanie, Schützenkönig geworden waren, gelang dem neuen Leutnant fast am Anfang seiner Offiziers-laufbahn der Königsschuss. Drei Könige nacheinander in der Jägerkompanie! Acht Jahre lang führte Leutnant Grimm seine Kompanie mit sehr viel Freude. Dann wurde nach seinem Rücktritt Hans-Joachim Neumann Leutnant und Kompanieführer, der 1995 zum Rottmeister gewählt worden war. Seitdem führte er die Jägerkompanie mit großer Hingabe. Auch er hatte das Glück, gleich in seinem 1. Führungsjahr einen Schützenkönig in seiner Kompanie zu haben. Carsten Lerch hatte den besten Schuss auf der Königsscheibe abgegeben. Leider war es ihm nicht vergönnt, seine Kompanie länger als 3 Jahre zu führen. Aus gesundheitlichen Gründen bat er um Beurlaubung von seinem Amt. Um ihm den Weg zurück freizuhalten übernahm Hans – Joachim Grimm erst einmal die Führung der Jäger kommissarisch. Nach seiner Genesung meldete sich Hans- Joachim Neumann zum Dienst zurück, übernahm aber nicht mehr die Führung der Kompanie sondern bewährte sich als Leutnant z.b.V. bei der Planung und Durchführung der Bürgerschützentages 2005 in Uelzen in hervorragender Weise. Nach dem Bürgerschützentag stellte Hans – Joachim Grimm, nunmehr auch Vizepräsident des Kreisschützenverbandes, sein Amt zur Verfügung. Nun fiel die Wahl auf Rottmeister Christian Wulf, der die Jägerkompanie erst einmal kommissarisch übernahm, bis er 2006 zum Leutnant und Kompanieführer gewählt wurde. Christian Wulf stammt aus einer alten Schützenfamilie. Sein Großvater war bereits Kompanieführer der 1. Kompanie gewesen, in der auch sein Vater Mitglied war. Zehn Jahre nach seinem Eintritt in die Jägerkompanie wurde er 1998 zum Rottmeister gewählt. Doch auch seine Führung der Kompanie war nur von kurzer Dauer, da er bereits 2008 als Nachfolger von Heinz – Joachim Höfer zum Stadthauptmann gewählt wurde. Wiederum wurde die Vakanz eines Kompanieführers erst einmal kommissarisch besetzt. Rottmeister Gerd Witt, Majestät 2000, übernahm die Kompanie beim Schützenfest 2008 und ist seit der Gildewahl 2009 offiziell Leutnant und Kompanieführer. In der Führung der Kompanie stehen ihm heute die Rottmeister Josip Karamatic, Claus Hübner, Karsten Lerch und Thomas Bistauer zur Seite.
Der ehemalige Ehrenstadthauptmann Jürgen Bode hatte bald nach seinem Abschied aus seiner aktiven Zeit als Stadthauptmann im Jahr 1991 einen „Seniorentisch“ ins Leben gerufen. Man trifft sich einmal im Monat und ist für jeden älteren Schützenbruder, gleich welcher Kompanie, offen. Mit Begeisterung schwärmen die „alten Hasen“ an diesen Nachmittagen vom Schützenleben.
Gute Kontakte zu pflegen ist und bleibt eine Herzenspflicht der Gilde insgesamt. Das gilt auch für den Bundesgrenzschutz, von dem jedes Jahr bei jeder Kompanie Abordnungen während des Schützenfestes Gäste sind. Viele langjährige Freundschaften haben sich darauf entwickelt. Das gilt für die Polizei, um die sich seit Jahrzehnten speziell der Adjutant am Freitag des Schützenfestes kümmert. Ob Feuerwehr oder DRK: Zu allen unterhält die Schützengilde der Stadt Uelzen gute Beziehungen und dokumentiert dies durch die Einladung zur Proklamationsfeier. Alle sind ja Organisationen, die für die Bürger da sind!