Keine leichte Wahl hat die Eß-und Trinkkommission, wenn es darum geht die richtige Wahl an Speisen und Getränken auszuwählen, denn leicht kann sie der Unmut treffen wenn es nicht den Vorstellungen der Schützenbrüder entspricht.
Â
Denn wie jeder Gediente weiß, steht und fällt die Moral der Truppe mit der Verpflegung. Trotzdem setzt sie sich jedes Jahr im Vorfeld des Schützenfestes zusammen, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Der Stadthallenwirt Andreas Hollemann hat sich vorher bereits Gedanken gemacht, mit welcher Auswahl an Speisen er an den Tagen, an denen die Gilde während des Schützenfestes bewirtet wird, die Gaumen der Schützen verwöhnen kann.
Aber auch seine Preisvorstellungen werden dem Vorsitzenden, Leutnant Jürgen Dierks, mitgeteilt, um eine Basis für die Verhandlungen zu haben. Gemeinsam mit seinen Kommissionsmitgliedern, seiner Majestät Jens Kunze, Stadthauptmann Christian Wulf, Adjutant Thomas Hannemann, Schießoffizier Lothar Seidel, den Kompanieleutnanten Erwin Reitenbach und Gerd Witt, Oberrottmeister Wilhelm Behn, Gildesekretär Christian Körtke und den Rottmeistern Axel Timm, Michael Schultze, Karsten Lerch sowie Rottmeister Josip Karamatic, der den Wein lieferte, verhandelten sie mit Andreas Hollemann, der selbst aktives Mitglied der Gilde ist und daher seinen Schützenbrüdern wohl gesonnen ist. Jede einzelne Position kommt auf den Tisch, denn die Preise die hier ausgehandelt werden, gelten für alle Gildeveranstaltungen über das ganze Jahr.
Da der Festwirt die Preise über die letzten 4 Jahre eingefroren hatte, mußten ihm kleine Zugeständnisse gemacht werden um die Preissteigerungen aufzufangen. Nachdem die Getränke, bis auf den Proklamationswein, abgehandelt waren, galt es die Speisen, die während der Vorschießen und des Schützenfestes gereicht werden, festzulegen. Mit viel Fingerspitzengefühl wurden die Vorschläge geprüft und unter Berücksichtigung aller möglichen Kriterien kam man zu einem einmütigen Ergebnis.
Wie immer galt dem Menue für das Königsessen ein besonderer Augenmerk, da es der kulinarische Höhepunkt des Schützenfestes ist und von jedem Gast kritisch kommentiert wird. Aber auch die Wahl des Proklamationsweines wurde nicht auf die leichte Schulter genommen. Die angebotenen Weine wurden fachmännisch verkostet und unter der Vorgabe, welcher Wein am besten den Geschmack der Gäste trifft, dabei aber auch zu wohlgemeinten Trinksprüchen anregt, wobei er aber nicht zu sehr anregen aber auch nicht ermüden soll, ausgewählt. Da die Proben verdeckt gereicht werden, erfuhr die Kommission erst nachdem man sich demokratisch, es herrschte eine Pattsituation und erst die Stimme des Stadthauptmanns, einem reinen Biertrinker, gab den Ausschlag, auf einen Wein geeinigt hatte, welcher Rebentropfen während der Proklamation kredenzt wird. Ob die Auswahl gelungen ist wird man erst am Tage danach feststellen können. In diesem Jahr gewann ein trockener Malvazija aus Slowenien die Auswahl.
Folgende Speisen werden nun den Schützenbrüdern gereicht. Das Mittagessen am Tag des Königsschießens besteht aus einem herzhaften Wurstgulasch mit Potatoewedges ( Kartoffelspalten ). Deftig wird die Abendvesper beim Königskommers mit Sauerfleisch, Rot- und Leberwust, Thüringer Mett , Harzer Käse und Fischvariationen. Zum Menue beim Königsessen wird vorab ein Cremiges Karotten-Rindfleischsüppchen serviert. Der Hauptgang besteht aus einem Buglendenbraten vom Rind mit Poulardenbrüstchen im Speckmantel mit Madeira-Salbeisauce und dazu Gemüse der Saison sowie Macairekartoffeln. Das Dessert besteht aus frischen Erdbeeren mit Vanilleeiskrem und Sahne.