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50 Jahre Jagdhornbläserkorps
3.
(Jäger-) Kompanie
der
Schützengilde der Stadt Uelzen von 1270 e.V.
1953
– 2003

Seit nunmehr 50 Jahren ist das
Jagdhornbläserkorps nicht nur ein fester Bestandteil der 3.
(Jäger-) Kompanie, sondern der gesamten Gilde. 1953 wurde das
Korps von Möbelkaufmann Hermann Hallensleben, Leutnant und
Kompanieführer der 3. (Jäger-) Kompanie von 1931 –
1957, ins Leben gerufen, um dieser Kompanie etwas Unverwechselbares
zu geben. Für ihn war die Gründung des Jagdhornbläserkorps
innerhalb seiner Kompanie sein „liebstes Kind“, wie
er in seiner Freude und Begeisterung immer wieder formulierte. Leutnant
Hallensleben stiftete 4 Fürst-Pless-Hörner. Sein Bestreben
war es, Freude und Bereitschaft der Bläser stets wach zu halten,
und der Erfolg gab ihm recht: Da der Ton nach Klang und Stärke
ständig wuchs, fand der dynamische Kompaniechef sehr bald Unterstützung
durch Rottmeister und Jägerkameraden.
Erich Lindloff, ein ehemaliger
„Bückeburger Jäger“, der das Horn bereits
meisterlich zu blasen verstand, übernahm die Leitung und gab
dem jungen Bläserkorps mit seinem umfangreichen Können
und Wissen wichtige Impulse. Er scharte interessierte Jägerkameraden
um sich und zog den notwendigen Übungsbetrieb auf. Unermüdlich
wurde einmal wöchentlich geübt, Sommer und Winter, bei
Regen und Frost, draußen in der freien Natur, wo das Jagdhorn
nun einmal hingehört. Zum Schützenfest 1954 waren es schon
sieben und 1955 bereits neun Jagdhornbläser, die sich mit gutem
Zusammenspiel repräsentierten.
Der damalige Rottmeister und
spätere Stadthauptmann Jürgen Bode überreichte dem
Bläserkorps 1954 zum 1. Geburtstag eine Urkunde mit folgendem
Wortlaut:
„Aus Liebe zum Instrument
und aus Freude zur Geselligkeit fanden sich
Jäger der 3. Kompanie im Jagdhorn-Bläserkorps. Idealismus
und das Gefühl
für echte Kameradschaft sowie das Streben zur gemeinsamen Leistung
sind
die Grundsätze ihrer Gemeinschaft. Möge es immer so bleiben!“
Nach diesem Motto entwickelte
sich das Korps zu einer immer größer werdenden Gemeinschaft.
Es wurde fleißig geübt. Außer den Jagdsignalen
wurden schon kleine Märsche geblasen. Das Repertoire wurde
erweitert und 1956 waren es schon 12 Bläser, die dem Charakter
ihrer 3. (Jäger-) Kompanie klingenden Ausdruck verliehen.
Zu den Bläsern der ersten
Stunde gehörten:
Helmut Freter, Günther Fricke, Helmut Hennings, Förster
Hans Lieder, Lothar Marth, Erwin Mertens, Hans Scheer.

„Alte Bläserkameraden“
Erich Lindloff führte
das Korps bis 1957. Er übergab die Leitung an Oberjäger
Erwin Mertens, einem passionierten Jäger und Mitglied der Gilde
seit 1949. Er übernahm ein Jagdhornbläserkorps, das bedingt
durch berufliche, gesundheitliche und persönliche Gründe
auf recht wenige Mitglieder zusammen geschmolzen war. Doch unermüdlich
wurde weiter geübt und für das Bläserkorps geworben.
Bald schon waren alle zwölf Fürst-Pless-Hörner wieder
besetzt. 1962 wurden auf Anregung des Stadthauptmanns Jürgen
Bode die ersten Parforce-Hörner angeschafft, um damit die Klangwirkung
des Jagdhornbläserkorps zu verbessern. Nach 15jähriger
überaus erfolgreicher Tätigkeit schied Erwin Mertens 1972
aus Altersgründen aus. Mehrere Jagdhornmärsche, die auch
heute noch zum Repertoire der Bläser gehören, hat er komponiert.
Erwin Mertens hat sich um das Bestehen des Bläserkorps sehr
verdient gemacht. Er verstarb 1987.
1972 übernahm Lothar Marth
das Amt als Leiter des Bläserkorps, dem er seit 1960 angehörte,
und führte seine Truppe mit viel Schwung und Energie bis 1979.
Berufliche Gründe waren es, die ihn an der weiteren Leitung
hinderten.
Sein Nachfolger wurde Günter
Meyer. Mit ihm an der Spitze erlebte das Bläserkorps einen
starken Aufschwung. 1980 wurde – zusätzlich zur Schützenuniform
– eine Bläseruniform eingeführt, um auch bei Auftritten
außerhalb der Gilde - wie Fuchsjagden – ein einheitliches
Bild zu bieten. 1985 wurde Bläserführer Günter Meyer
zum Rottmeister der 3. (Jäger-) Kompanie gewählt und 1998
ernannte Stadthauptmann Höfer ihn zum Gilde-Rottmeister.
1981 stiftete Carsten Lappe
ein silbernes Bläserschild, dessen Träger seither im Verlauf
des Schützenfestes im schießsportlichen Wettbewerb ermittelt
wird.
Das 30jährige Bestehen des Jagdhornbläserkorps wurde 1983
mit einem großen Abendkonzert zu Ehren des scheidenden Schützenkönigs
Detlev Aßmann, des Stadthauptmanns Jürgen Bode und der
Stadt Uelzen auf dem Herzogenplatz unter Mitwirkung des Bläserkorps
der Jägerschaft Uelzen, der Bläsergruppe des Hegeringes
Winsen/Aller und der Jagdhornbläsergruppe des Spielmannszuges
Deutsch-Evern gefeiert. Umrahmt von Fackeln und frischem Birkengrün
wurde einer großen Zuhörerschaft ein jagdliches Musikprogramm
geboten, wie es das in Uelzen wohl noch nicht gegeben hatte.
Die Jagdhornbläser Jürgen
Gergs und Carsten Lappe wurden 1983 zu Rottmeistern der 3. (Jäger-)
Kompanie gewählt.
1984 stifteten die Bläserkameraden
Carsten Lappe und Rainer Langenberg die Jagdhornbläser-Fahne.
Am Pfingstsonntag beim Anblasen am Schützenstein nahm Ehren-Leutnant
Peter Cordes die Fahnenweihe vor. Er tat dies mit würdevollen
und feierlichen Worten. Erster Fahnenträger des Jagdhornbläserkorps
war Alfred Theuerzeit.
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Drei Tage später wurde
erstmals der Jagdhornbläser Carsten Lappe König der Schützengilde
der Stadt Uelzen. 1991 gelang dies mit Reinold Meyer ein zweites
Mal.
Meinungsverschiedenheiten führten
dazu, dass 2001 Gilde-Rottmeister und Bläserführer Günter
Meyer seinen Rücktritt erklärte und ein großer Teil
der Jagdhornbläser ebenfalls aus der Schützengilde austrat.
Den verbliebenen, jagdhornerfahrenen Mitgliedern des Bläserkorps
gelang es, die durch das Ausscheiden entstandene Lücke kurzfristig
zu schließen und jüngere Kompanie-Mitglieder für
das Jagdhornblasen zu begeistern. Dank großzügiger finanzieller
Förderung durch die Jägerkameraden und Gilde konnten neue
Bläser-Uniformen und abhanden gekommene Jagdhörner wieder
beschafft werden. Zum Schützenfest 2002 präsentierte sich
bereits die neue Formation unter Leitung von Bläserführer
Oberjäger Harald Voigts. Unter seiner Leitung wurde das Repertoire
schon ergänzt , wie bei den ersten Auftritten des Korps zu
hören war.
Zahlreich waren in den vergangenen
Jahren die Einladungen und Auftritte des Korps bei Veranstaltungen
außerhalb der Gilde. Bei Heimatfesten, Fuchsjagden und den
erlebnisreichen „Bläser-Jahresausfahrten“ bot das
Bläserkorps den entsprechenden musikalischen Rahmen. Die Uelzener
Jagdhörner erklangen in der Alpenlandschaft, auch im Tal der
„Schwarzwaldklinik“, dem Glottertal, vor dem Schloss
der Insel Mainau und nach der Grenzöffnung am Jagdschloss Granitz
auf Rügen inmitten altehrwürdiger Buchen.
Ein besonderer Höhepunkt
war 1999 ein Wochenende in Gotha und Erfurt mit großer Abordnung
der Schützengilde. An historischer Stätte im Schützengarten
von Gotha wurde durch Bürgermeister Günter Leifert, Stadthauptmann
Heinz-Joachim Höfer und Gothas Oberbürgermeister Volker
Doenitz der Schnedestein feierlich enthüllt. Im Schatten alter
Eichen und den Klängen des Jagdhornbläserkorps erfolgte
die Übergabe des 6 Tonnen schweren Findlings aus Uelzen.
Die Liebe zum Instrument und
der Idealismus verbunden mit guter Kameradschaft waren und sind
Träger dieser im Jahre 1953 gegründeten Gemeinschaft.
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